DGUV-Prüfung

Laut DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) müssen Produkte wie Maschinen, elektrische Geräte und Persönliche Schutzausrüstungen hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Eine Gefährdung der Arbeitnehmer muss ausgeschlossen und der optimale Schutz gewährleistet sein. Ein umfassender Arbeitsschutz hängt somit wesentlich vom Einsatz sicherer, gesundheitsgerechter Produkte ab. Mit ihren umfangreichen Regelungen trägt die DGUV entscheidend dazu bei, dass ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet ist.

Das Prüf- und Zertifizierungssystem der gesetzlichen Unfallversicherung schreibt dabei von Anbeginn an Prüfungen vor (DGUV-Test): Bereits vor Inbetriebnahme der Produkte muss geprüft werden, ob die Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllt sind. Verbraucher und Betriebe können sich über Prüfzeichen wie das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) oder das DGUV-Test-Zeichen versichern, dass das Produkt durch eine unabhängige Stelle überprüft wurde. Zudem fordert die Betriebssicherheitsverordnung vom Unternehmen, dass die vor Ort genutzten Arbeitsmittel einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden (§ 3 Abs. 3 Betriebssicherheitsverordnung).

Elektrische Betriebsmittel und Anlagen

Laut §2 (1) der DGUV Vorschrift 3 sind “elektrische Betriebsmittel im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift alle Gegenstände, die als Ganzes oder in einzelnen Teilen dem Anwenden elektrischer Energie (z.B. Gegenstände zum Erzeugen, Fortleiten, Verteilen, Speichern, Messen, Umsetzen und Verbrauchen) oder dem Übertragen, Verteilen und Verarbeiten von Informationen (z.B. Gegenstände der Fernmelde- und Informationstechnik) dienen.” Vereinfacht gesagt, ist alles zu prüfen, was einen Stecker hat. In der Regel erfolgt dabei eine Unterscheidung in

  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
  • Ortsfeste elektrische Betriebsmittel
  • Elektrische Anlagen
  • Elektrische Betriebsmittel

Ortsveränderliche Betriebsmittel

Als ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel werden elektrische Geräte bezeichnet, die sich leicht an einen anderen Platz bringen lassen, das heißt nicht verbaut sind und weniger als 23 kg wiegen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Büro-Geräte: Computer, Monitore, Drucker, Stehleuchten
  • Elektrische Werkzeuge & Maschinen: Bohrmaschinen, Stichsägen, Kabeltrommeln
  • Haushaltsgeräte: Staubsauger, Kaffeemaschinen, Wasserkocher

Ortsfeste elektrische Betriebsmittel

Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebracht oder können aufgrund der Masse und fehlender Tragevorrichtungen nicht leicht bewegt werden. Zu den ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln zählen auch solche, die nur vorübergehend fest angebracht sind und über bewegliche Anschlussleitungen betrieben werden (siehe auch VDE 0100-200 Abschnitte 826-16-06 und 826-16-07). Als ortsfeste elektrische Betriebsmittel gelten beispielsweise:

  • Ständerbohrmaschinen
  • Pressen
  • Hebebühnen
  • Krananlagen

Elektrische Anlagen

Als elektrische Anlagen wird laut DGUV der Zusammenschluss elektrischer Betriebsmittel zu einer neuen Funktionseinheit bezeichnet (zum Beispiel die elektrische Gebäudeinstallation).

Elektrische Betriebsmittel

Elektrische Betriebsmittel im Sinne des § 2 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 3 oder 4 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ sind hingegen alle Objekte, die der Erzeugung, Umwandlung, Übertragung, Verteilung oder Anwendung von elektrischer Energie oder der Übertragung, Verteilung und Verarbeitung elektrischer Informationen dienen.

Durchführung der DGUV-Prüfung

Eine ordnungsgemäße DGUV-Prüfung umfasst die Ermittlung des Ist-Zustandes eines elektrischen Betriebsmittels, der Vergleich des Ist-Zustandes mit dem Soll-Zustand sowie die Bewertung der Abweichung des Ist-Zustandes vom Soll-Zustand. Als Soll-Zustand gilt der durch eine Gefährdungsbeurteilung bzw. sicherheitstechnische Bewertung festgelegte sichere Zustand für die weitere Benutzung bzw. den weiteren Betrieb. Der geforderte Prüfumfang beinhaltet sowohl die Selektion der Prüfobjekte (Betriebsmittel oder Anlagenteile) als auch die jeweilige Prüftiefe. Der Prüfumfang einer elektrischen Anlage oder eines elektrischen Betriebsmittels muss in jedem Falle so gewählt werden, dass eine zuverlässige Beurteilung des Zustandes möglich ist.

Die DGUV-Prüfung erfolgt als Einzelprüfung und umfasst folgende, in den DIN VDE-Bestimmungen definierte Schritte:

  • Besichtigen: Sichtprüfung auf Beschädigungen oder unsachgemäße Verwendung (zum Beispiel sichtbarer Kabelbruch)
  • Erproben: Funktionsprüfung
  • Messen: Durchführung der vorgeschriebenen Messungen

Um zuverlässige, korrekte Messwerte zu erzielen, kommen dabei kalibrierte Messgeräte zum Einsatz.

Prüfungsberechtigt ist eine Elektrofachkraft, die durch ihre elektrotechnische Fachausbildung, mindestens einjährige Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung von elektrischen Arbeitsmitteln verfügt (siehe auch Abschnitt 3.1 „Anforderungen an Prüfpersonen“ und Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 1203).

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